Bio
Cengiz Muammer Gömüsay wurde 1943 in einer Kleinstadt in der Westtürkei geboren.
Ausbildung zum Maschinenbauer und Lehrertätigkeit in der Osttürkei. Seit 1965 ist er in Deutschland – hängengeblieben zwischen den Welten.
Beruf: Berufsberater i.R.; Nebentätigkeit als „Oriental KariKartoonist“.
Ein „Oriental KariKartoonist“ – bei der Arbeit beobachtet:
Er braucht: einen Esstisch, zufällig vorhandene Stifte jeder Art, herumliegendes Papier und einen unaussprechbaren Gedanken.
Dieser stellt sich besonders häufig ein in ruhigen Morgenstunden, in langweiligen Partei- oder Supervisionssitzungen und entwickelt sich zu Zeichen, Botschaften, bildhaften Metaphern, Liebesbriefen.
Das Kunstwerk wird so seine Sprache.
Und die Quellen der Inspiration?
Da ist der Arbeitsplatz in der Potsdamer, vor allem aber auch der „Kiez“ rund um den Klausener Platz in Berlin-Charlottenburg zu nennen.
Der Kiez – ein Mikrokosmos:
Freunde, Bekannte aus alten Siemens-Zeiten, ehemalige Schüler, delikanlilar ( „kleine“ Machos), Moscheebesucher, der Hoca (Vorbeter), der Gemüsehändler, „otobüsler“ (Sturköppe), die „Bürgermeister“, die alternative, vorwiegend weibliche Kundschaft der Ökoläden, Tussis, Hühner, Hexen, Hexen, Hexen – alles anzutreffen auf einer ausgedehnten Einkaufstour am Sonnabend-Morgen oder bei abendlichen Sorgenpausen in den umgebenden Lokalitäten.
Eine Tour im Kiez – das heißt:
Gespräche über (kiez-) weltbewegende Fragen, alte und neue Streitpunkte, Ansprechpartner für Sorgen, Sorgen, Sorgen, aber auch „girgir“ (Flachserei) – und das nicht zu knapp.
Die Funktion des markopasa ( Berater in allen Lebenslagen) und gözlemci (scharfer Beobachter), selbstverständlich auch die des „Kiez-Frauenbeauftragten“, verschaffen Einblicke:
Männer und Frauen, MultiKulti, die Türkei und Europa und die Ungerechtigkeiten der Welt – ein weites Feld!